Zur Eröffnung der Elbphilharmonie

MOPO-Chefredakteur Frank Niggemeier
MOPO-Chefredakteur
Frank Niggemeier
Liebe Leserinnen und Leser,

was haben sie nicht über die Elbphilharmonie gelästert, zuerst in Hamburg und dann im Rest der Republik. „Mega-Bauskandal“, „Millionengrab“ und „Größenwahn der Pfeffersäcke“. Das war einmal. Schwamm drüber. Alles vergessen und – fast – vergeben. Seit die Elbphilharmonie fertig ist, sind die Kritiker von einst vor allem eins: überwältigt. Jetzt ist die Rede vom „Klang-Palast“, vom „Zauberberg“, vom „Traumschloss“ und vom „Juwel auf rotem Backstein“.

Das 110 Meter hohe Konzerthaus sei das bedeutendste deutsche Bauwerk seit Jahrzehnten, so war in einer der Elogen zu lesen. Eine architektonische Ikone, so markant wie die Oper von Sydney. Ein Fixstern, dessen Strahlkraft jedes Jahr Millionen Touristen an die Elbe locken soll.

Und was sagen die sonst so kühlen Hamburger dazu? Hier fragt kein Mensch mehr nach den Kosten – sondern nur noch: Wie kommen wir da rein? Für die 1000 Tickets, die für eines der beiden Eröffnungskonzerte verlost wurden, gingen 223.000 Bewerbungen ein. Selbst Bürgermeister Olaf Scholz, sonst stets staubtrockener Hanseat, staunte: „Das ist der helle Wahnsinn.“

Die Superlative lassen sich fortsetzen. 866 Millionen Euro teuer, spektakulärster Blick über die Elbe, die nobelsten Wohnungen der Stadt, ein Klangerlebnis, so eindrucksvoll, dass Musiker nach den ersten Orchesterproben Tränen in den Augen hatten.

Höchste Zeit also, dass die „Elphi“ ihr eigenes Magazin bekommt. Auch wir sind hingerissen vom „Wunder von Hamburg“. Denn mit dem heutigen Wissen um Kosten und Aufwand ist es tatsächlich ein Wunder, dass ein solches Projekt Wirklichkeit wurde. Wir ergründen die Faszination der Hochburg am Hafen, stellen die Menschen und Macher hinter ihrer glänzenden Fassade vor, erinnern an die blauäugige Planung und skandalöse Baugeschichte. Und natürlich erklären wir das Herz der Elbphilharmonie – den Großen Saal und das Geheimnis seiner einzigartigen Akustik.

Viel Spaß beim Klicken und Lesen

Frank Niggemeier

 

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