„7K!“-Konzert in der Elphi: Klassische Klänge mit treibenden Beats

Veröffentlicht

Jubel und Gejohle wie bei einem Pop-Event – dabei haben sich dort im Kleinen Saal der Elbphilharmonie Violine, Cello und Klavier versammelt. Schwelgen in gefühligen Wohlklängen von Künstlern des Konzerts des Labels „7K!“: Bach & Co lassen grüßen, noch mehr jedoch schlichte Pop-Harmonien und treibende Beats. „Neo-Klassik“ nennt sich das Genre, dessen Grenzgänger seit ein, zwei Jahren immer größere Konzertsäle füllen.

Es ist Balsam für die Seele, dem Ludovico Einaudi seit 20 Jahren unermüdlich den Weg bereitet hat – inzwischen surft eine ganze Generation junger Komponisten und Musiker auf den Klangspuren des Italieners. Zärtlicher Zauber der Melancholie – oder doch eher sentimentale Mager-Romantik?

Ganz so einfach ist es dann doch nicht, Einaudis Eleven von Chilly Gonzales bis Nils Frahm unter einen Klang-Hut zu bringen. Das verdeutlicht das „7K!“-Konzert: Geiger Luca D’Alberto und seine Trio-Kollegen sind klassisch geschult und beherrschen ihre Instrumente nicht nur, sondern wissen die einfachen Melodien ebenso originell zu arrangieren wie dynamisch zu variieren. Lokalmatador Niklas Paschburg hingegen entpuppt sich als Flachwasser-Surfer. Endlose Loops simpelster Tonfolgen und Rhythmen – dagegen ist Minimal Music große Kunst …

Doch vielleicht ist Neo-Klassik ein Sound, der der Internet-Generation zumindest für einige Klicks das Gefühl ergreifenden Innehaltens gibt. Auch wenn diese Klänge im Gegensatz zur Klassik bestimmt nicht für die Ewigkeit sind.

Powered by WPeMatico