Achtung, die Robo-Autos sind da! : Darum ist Hamburgs Projekt einmalig auf der Welt

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Hamburg wird zum Vorreiter beim autonomen Fahren! Nicht in den USA, nicht in China – sondern in unserer Stadt sind erstmals Roboter-Autos im regulären Straßenverkehr unterwegs. Der Senat hat dazu in den vergangenen Wochen eine Teststrecke in der City errichtet, Volkswagen nutzt diese jetzt.

Der VW-Konzern lässt ab sofort fünf speziell ausgerüstete Elektro-Golfs durch die Innenstadt touren – auf einem Rundkurs von der St. Petersburger Straße über die Karolinenstraße, den Sievekingplatz, den Gorch-Fock-Wall zurück zur Ausgangsposition. Unter realen Bedingungen.

„Bislang haben wir auf dem Werksgelände hinter Zäunen getestet. Das jetzt ist eine Herausforderung“, sagt Axel Heinrich, Leiter der Volkswagen-Konzernforschung. Nun müsse man etwa Radfahrer, Fußgänger und schmalere Fahrspuren berücksichtigen.

Projekt ist laut Senat ein Novum

Ein Novum, sagt auch Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos). „Jetzt schaut Silicon Valley nach Hamburg. Und dort wird man sagen: „Donnerwetter! Wir testen auf den Autobahnen, die sind schon in den Städten unterwegs“, so der Senator. Tatsächlich waren die USA bislang Branchen-Primus.

Die Google-Schwester Waymo testet längst mit Fiat in Phoenix das autonome Fahren, Uber mit Volvo in Pittsburgh und Ford in Miami. Aber keiner von denen testet derart zentral im „Mischverkehr“, wie das jetzt in Hamburg passiert, so die Verkehrsbehörde.

Gesamt-Teststrecke ist noch wesentlich größer

„Wenn das hier funktioniert, kannst du das überall auf der Welt machen“, so Westhagemann. Zunächst muss sich das Pilotprojekt jedoch beweisen, allem voran die Technik funktionieren.

Damit die Fahrzeuge selbstständig fahren können, sind sie jeweils mit elf Laserscannern, 14 Kameras, Ultraschall- und Radarsensoren bestückt, so Axel Heinrich. Diese erfassen außer dem Verkehr auch die mit Sensoren ausgestatteten Ampeln.

Bis Ende 2020 sollen 37 Ampeln und eine Brücke mit der Technik ausgerüstet sein, dann können Testfahrzeuge sogar vom CCH über die Messehallen bis zu den Landungsbrücken, der Elbphilharmonie und dem Stephansplatz touren.

In der Testphase ist noch immer ein Fahrer an Bord

Aus Sicherheitsgründen sitzt bei den Fahrten durchgehend ein geschulter Fahrer am Lenkrad, der alle Fahrfunktionen fortwährend überprüft und im Notfall eingreifen kann, so VW. Für das vollautomatisierte Fahren ohne Sicherheitsfahrer im Straßenverkehr seien noch eine Änderung des rechtlichen Rahmens und die Errichtung der notwendigen Infrastruktur erforderlich.

Und was ist mit Datenschutz? Schließlich erfassen die Autokameras auch den öffentlichen Raum. Axel Heinrich sieht dabei keine Probleme. „Die Daten werden gespeichert. Wenn der Betrachtete sagt: ,Ich bin gefilmt worden und möchte das nicht‘, kann er sich bei uns melden.“ Die Daten würden dann gelöscht werden.

Hamburger Wetter könnte zum Problem werden

Deutlich problematischer sieht VW das Hamburger Wetter, weil Regen und Schnee die Fahrzeuge auf die Probe stellen könnten. Letztlich sollen die Autos aber „unter allen äußeren Bedingungen fahren, unter denen auch ein Mensch fahren könnte“, heißt es.

Der Bund fördert das Projekt mit 10,8 Millionen Euro, VW zahlt noch mal so viel. Laut Westhagemann könne die Teststrecke auch von anderen Firmen genutzt werden.

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