Anti-Stress-Kur in der Elphi: Siebzig Minuten zerbrechlicher Zauber

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Es ist stockdunkel im Kleinen Saal der Elphi, als Malakoff Kowalski (eigentlich Aram Pirmoradi) in seinem typischen Outfit – weißes Hemd, Prinz-Heinrich-Mütze – die Bühne betritt. Es ist die Homecoming-Show des 39-jährigen Wahl-Berliners; sein erstes Hamburg-Konzert seit zehn Jahren.

Sein neues Album „My First Piano“ wurde maßgeblich von der alten Heimat beeinflusst, denn besagtes Holz-Klavier stand in Bergedorf, wo er aufgewachsen ist. An diesem Abend spielt er die Stücke allerdings auf einem Flügel. Er wischt sich den Mund mit einem Tuch ab. Dann wandern seine Finger zärtlich über die Tasten.

Wer jetzt noch gestresst ist, dem kann nicht geholfen werden. Es ist die perfekte Musik, um dem Alltag zu entfliehen. Seine Klaviaturen verfügen über wiederkehrende Motive, sind reduziert, leise, mitunter zerbrechlich, stimmen nostalgisch und wären auch passend für Stummfilme.

Im Saal ist es mucksmäuschenstill. In den kleinen Pausen zwischen den Stücken traut sich das Publikum nicht einmal, zu applaudieren. Jeglicher Krach würde nur stören. Nach 70 Minuten ist der schöne Zauber vorbei. Aber Kowalski kommt bald wieder: Gemeinsam mit Erfolgsautor Ferdinand von Schirach, der aus „Strafe“ liest, tritt er 26. August im Großen Saal der Elbphilharmonie auf (34-57 Euro)!

KSCH

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