Blechschaden in der Laeiszhalle: Klassik-Party mit Alphorn und Schottenwitz

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„Ich bin der Größte!“ Mit geblähter Brust im karierten Frack stampft Bob Ross den Rhythmus zu den Fanfaren aus Richard Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“. Tatsächlich ist der quirlige Schotte, der beim verrücktesten Blechblasorchester Deutschlands den Taktstock schwingt, mindestens einen Kopf kleiner als seine elf Mitstreiter.

Einen Tag zuvor spielten die Musiker als Mitglieder der Münchner Philharmoniker in der Elbphilharmonie noch brav ihren Brahms. Am Sonntag ließen sie dann als „Blechschaden“ in der Laeiszhalle vor mehr als tausend Besuchern alle Hemmungen fallen.

Ob zünftiger „Kameradschaftsmarsch“, mitreißender Piazzolla-Tango oder lässiges „Chanson d’Amour“ – diese Bläser wissen, wie man das Publikum packt. Oder wie Ross es ausdrückt: „Die spielen wie ein Vulkan. Vielleicht nicht so feurig, aber spuckend auf jeden Fall.“

Nach der Pause spielen die Virtuosen dann in Faschingskostümen. Zwischen Froschkönig und Rabbiner proben Laurel und Hardy einen Slapstick mit Alphorn. Da bleibt einem vor Lachen die Luft weg.