Chanel-Show in Hamburg: Ahoi! Käpt’n Karl machte die Elphi flott

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Wo sonst das Hohe C erklingt, ließ das berühmteste Doppel-C-Logo die VIPs verstummen. Laufsteg in der HafenCity: Modedekadenz im Elphi-Saal. Käpt’n Karl Lagerfeld lud zur maritimen Chanel-Show. Ahoi, ihr Trendnasen!

In ist, wer drin ist… Zunächst ging’s vorbei an den „Men in Black“. 200 Security-Männer in schwarzen Anzügen schirmten das Konzerthaus ab. Superstars und Milliardärsgattinnen aus Dubai, Russland, China und Co. flanierten zu den besten Plätzen im Großen Saal der Elbphilharmonie.

Johnny-Depp-Tochter Lily-Rose (18) postete kurz zuvor ein Foto mit dem Chefdesigner, versehen mit einem roten Herzchen. Kristen Stewart (27, „Twilight“), Tatjana Patitz (51), Tilda Swinton (57, „Die Chroniken von Narnia“), die ihren Künstler-Lover Sandro Kopp (39) mitbrachte, fieberten dem Defilee entgegen. Schließlich ging’s um die wichtige Weltwirtschaftsfrage: Welchen heißen Scheiß kaufen wir im nächsten Jahr?

1200 Einladungen hatte das französischen Kult-Atelier an die beste Kundschaft verschickt. Also an die Art Damen, die ihre Kreditkarte bei Chanel regelmäßig glühen lassen. Die Rede ist von hohen sechsstelligen Beträgen – nicht täglich, nur im Jahr. Dazu eine handverlesene Auswahl an Trendsettern und Society wie Kunstagentin Jenny Falckenberg-Blunck (37), Chef-Styler Jan Delay (41), Jenfelds Rap-Perle Ace Tee (24), TV-Star Anna Angelina Wolfers (39). Und die Presse. Mon dieu!

Für den Perfektionisten und Wahlpariser Karl Lagerfeld also ein extrem wichtiger Abend. Seit Wochen hatte der Kreativdirektor am Fashion-Aufmarsch gestrickt. Seine Métiers-d’art-Show (Chanels erste Schau in Deutschland) – eine Liebeserklärung an seine Geburtsstadt. Als Inspiration diente der Hamburger Hafen in den 30er Jahren.

Die Idee kam „König Karl“ bei einer Barkassenfahrt. Passenderweise sagte der 84-Jährige im Interview mit dem „Zeit Magazin“ und der „Vogue“: „Wenn ich an Hamburg denke, merke ich: Ich bin Hanseat, kein Deutscher.“ Lagerfeld, der Lokalpatriot, der die Elphi „die Kathedrale unseres Jahrhunderts“ nennt. Um 19 Uhr hieß es: Leinen los! Models wie Cindy-Crawford-Küken Kaya Gerber (16) zeigten eine luxuriöse Kollektion auf höchstem Schneider-Niveau. Mit dem Aufmarsch würdigte Lagerfeld die Kunst traditioneller Handwerksbetriebe.

Was für ein Rummel für die Edelfummel! Zu epochaler Orchestermusik ließ der Meister Matrosenkragen aus Tweed, Ankerbroschen, Kapitänsmützen, maritime Kostüme und Seemannshosen vorführen. Der wohl ungewöhnlichste Catwalk der Welt ging quer durch den Konzertsaal, die Emporen entlang und direkt über die Bühne. Nach 20 Minuten war die große Show auch wieder vorbei.

Zum Finale drehte Käpt’n Karl an der Hand seines Patenkindes, Mini-Muse Hudson (9), zum Hans-Albers-Song „La Paloma“ eine Ehrenrunde. Standing Ovations. Was für eine Applaus-Welle! Manche Gäste hatten sogar Wasser in den Augen. Und dann: finito? Von wegen! Der Modezar und seine Karawane zogen weiter. Per Chauffeurservice gondelte die hippe Herde in die Fischauktionshalle. Hier wartete eine Kellner-Armada mit einem figurfreundlichen Sechs-Gänge-Menü. Ravioli, Spinatsalat, Lachs… Stylogeilo, hoch die Gläser! Schampus, aber cha-nel!