Denkmal am Fischmarkt: „Seebrücke Hamburg“ gedenkt Toten an Europas Außengrenzen

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Am Totensonntag wird traditionell der Toten gedacht. Die Organisation „Seebrücke Hamburg“ nutzte den Anlass für einen Trauermarsch in Gedenken an die Menschen, die auf der Flucht im Mittelmeer starben und immer noch sterben. Auf der Abschlusskundgebung dann eine Überraschung: ein Denkmal, das vermeintlich von der Stadt Hamburg im Gedenken an die toten Flüchtlinge errichtet wird.

„Denkmal für die Verstorbenen an den Außengrenzen der EU“ steht auf dem Plakat am Bauzaun, der rund um den Sockel aufgestellt ist. Angebliche Bauherren: die Innen- und die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. „Seit 2014 starben 21.642 Menschen auf der Flucht nach Europa“, heißt es da weiter. Deswegen entstehe hier gerade das Denkmal. Täuschend echt sieht die Ankündigung aus – sie stammt allerdings von den Machern der Demo, die die Stadt damit zum Handeln auffordern wollen.

Tatsächlich fordern die Macher der „Seebrücke“ seit Wochen, dass der Senat Hamburg zum „sicheren Hafen“ für Geflüchtete vom Mittelmeer machen, sie also verstärkt aufnehmen solle – bislang ohne Erfolg. Daher am Sonntag erneut die Protestaktion, die auf die Misstände aufmerksam machen will. Losgegangen war es an der Elbphilharmonie, ein Banner mit Namen von auf der Flucht Verstorbenen wurde ausgerollt, mit Rosen geschmückt, die Namen teils verlesen.

Weiter ging es dann als Trauermarsch Richtung Fischmarkt, wo am Totensonntag Kapitäne, Schiffsoffiziere, das Hafenmuseum der toten Seeleute gedenken. 100 bis 200 Teilnehmer wurden gezählt. Am Fischmarkt dann die Abschlusskundgebung.

Das Denkmal wurde laut Polizei wieder von den Demonstrierenden abgebaut.

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