Elbjazz 2019: Wenn Musikstars durch den Hafen springen

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Auch in diesem Jahr hat das Elbjazz Festival in Hamburg wieder Tausende Musikbegeisterte in den Hafen gelockt. Highlight des ersten Abends war der Auftritt von Superstar Jamie Cullum. Doch nicht nur der begeisterte das Publikum.

„Ich freue mich riesig, dass wir heute Abend hier sind, so wie ich mich letztes Jahr auch schon gefreut habe“, sagt Michael Wollny am Freitagabend zu Beginn seines Auftritts beim Elbjazz Festival im Hamburger Hafen. Im vergangenen Jahr musste sein Konzert aufgrund von heftigem Gewitter und Starkregen abgesagt werden. Wollny versprach damals, zurückzukommen. Das hat er nun eingelöst. Der Pianist und achtfache Echo-Jazz-Gewinner bildet zusammen mit einem Schlagzeuger und einem Bassisten das Michael Wollny Trio. Seine Finger schnellen über die Tasten des Klaviers. Er begeistert die Zuschauer immer wieder mit Soloeinlagen und erntet tosenden Applaus.

Als Nachfolgerin von Wollny und damit diesjähriger „Artist in Residence“ wurde die Berliner Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann verpflichtet, die in Begleitung verschiedener Musiker während der beiden Festivaltage insgesamt drei Konzerte spielen soll. Zuletzt ist ein Cover-Programm der Beatles im Großen Saal der Elbphilharmonie am Samstagabend geplant.

The Savage Rose überzeugen durch psychodelischen Blues

Doch nicht nur Jazzbegeisterte kommen auf ihre Kosten. The Savage Rose etwa überzeugen durch ihren psychedelischen Blues und rockige Songs, bei denen die vielfältige Stimme der Sängerin Annisette Hansen besonders zur Geltung kommt. Doch die energiegeladene Band, die bereits vor mehr als 50 Jahren ihr erstes Album veröffentlicht hat, hat nicht nur Musik im Gepäck, sondern auch eine politische Botschaft an das Publikum. „Es gibt viele Menschen da draußen, die Hass, Angst und Rassismus verbreiten wollen. Lasst euch nicht einfangen“, mahnt Hansen bei ihrem Auftritt an der Open-Air-Bühne Am Helgen.

Jamie Cullum zieht die Hamburger beim Elbjazz in den Bann

Als einer der Superstars des Genres mit mehr als zehn Millionen verkauften Tonträgern gilt der Brite Jamie Cullum. Pünktlich zu seinem Auftritt füllt sich der Platz vor der Hauptbühne auf dem Werftgelände. Der 39-Jährige zieht die Besucher von Anfang an in seinen Bann – im Hintergrund ragen riesige Kräne in den Himmel, von einigen baumeln Discokugeln, ein Ozeanriese schiebt sich gemächlich vorbei. Mit seiner dreiköpfigen Band und zwei stimmgewaltigen Backgroundsängerinnen bringt er das ansonsten eher zurückhaltende Publikum zum Tanzen, wechselt zwischen Soul-, Funk- und Swingeinlagen mit mitreißenden Melodien, zeigt seine musikalische Bandbreite.

„Wir sind begeistert“, schwärmt Birte, die zusammen mit ihrer Freundin Yvonne extra aus Stuttgart angereist ist. So ein großes Aufgebot an hochkarätigen Stars und vielversprechenden Newcomern bekäme man sonst nirgendwo in Deutschland geboten, wissen die beiden Jazzkennerinnen. Doch auch die wirklich außergewöhnlichen Spielstätten seien für sie ein Grund, warum sie bereits das zweite Mal zum Elbjazz angereist seien, verrät Yvonne.

Laut Veranstalter wurden bis Freitagabend knapp 20.000 Tickets verkauft. Für den Sonnabend  stehen unter anderem Tower of Power, Manu Katché, Sophie Hunger und Toytoy auf dem Programm. Während der beiden Festivaltage sind rund 50 Konzerte auf acht Bühnen geplant, darunter dienen unter anderem das ehemalige DDR-Kühlschiff „MS Stubnitz“ oder die Hauptkirche St. Katharinen als Spielstätten.

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