„Elbtower“ wird noch höher: Hamburgs neuer Traumblick

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Schlanker, höher und mit einer Aussichtsplattform samt Restaurant an der Spitze: Die Pläne für den Wolkenkratzer „Elbtower“ werden immer konkreter. Am Freitagabend wurden im Cruise Center HafenCity am Chicagokai neue Details zum Prestige-Projekt vorgestellt – Traumblick inklusive. Es gibt weiterhin Kritik an dem Leuchtturmprojekt.

Noch zwölf Meter höher als ursprünglich geplant soll das größte Hochhaus des Nordens werden. 244,80 Meter soll sich der Turm bei der der geplanten Fertigstellung 2025/26 über die Elbbrücken erheben – ursprünglich war von „nur“ 233 die Rede.

Trend geht in Hamburg zu höheren Bauten

„Die Auffassung, Hamburgs höchste Gebäude sollen die Kirchen sein, trifft nicht mehr auf die heutige Zeit zu“, sagte Senatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD), die den Trend zum höheren Bauten betonte und versicherte, dass der Elbtower „im respektvollen Abstand zu den Kirchen“ entstehen werde.

Dieser Meinung war auch Oberbaudirektor Franz-Josef Höing, der den Turm als „nicht zu hoch“ bezeichnete. Er soll „ein besonderer Eingangsort“ östlich der Stadt markieren. Dabei sei der Turm ein Puzzleteil, das sich „in die Stadtsilhouette einfügt und zum perfekten Pendant zu der Elbphilharmonie“ werden wird.

Kritik an dem Leuchtturm-Projekt

Doch nicht nur das neue Maß sorgte für manche Überraschung. In etwa 200 Meter Höhe soll eine Aussichtsterrasse mit Glas-Brüstung und Restaurant entstehen. Neben Büros sind ebenfalls Co-Working-Räume, ein Hotel, Spa sowie 560 Autostellplätze geplant. Weil der Lärmpegel voraussichtlich zu hoch sein wird, so die Planer, sei der Turm jedoch „kein Ort zum Wohnen“, sagte HafenCity-Chef Jürgen Bruns-Berentelg.

Der „Elbtower“ soll im Vergleich zum ersten Entwurf eine schlankere Taille bekommen. Höing lobte die flexible Struktur des Turmes, die sich weiterentwickeln lässt. „Wir tüfteln noch ständig um“, sagte er.

Der Elbtower ist umstritten. Stadtplaner Mario Böhm, der Experte der Linksfraktion, betonte vor Wochen bereits: „Das wird kein vielbeschworenes Wahrzeichen, sondern einfach ein Hochhaus.“ Über die Frage, wer bei so einem Mammutprojekt die Kosten trägt, wurde ebenfalls gestritten.

Anders als bei der Elbphilharmonie wird der „Elbtower“ allerdings komplett privat finanziert. Das Baurisiko bei dem rund eine Milliarde Euro teuren Turm soll laut Bruns-Berentelg allein beim Investor Signa Prime Selection AG liegen. Mögliches Problem: Das Unternehmen hat bislang noch kein einziges Hochhaus realisiert.

„Hamburg hat keine Nutzungs- und Mietansprüche am Gebäude. Die Anmietung durch die Stadt ist ausdrücklich ausgeschlossen“, so Bruns-Berentelg. Und: „Sollte das Gebäude im Bau stecken bleiben, muss Hamburg keineswegs übernehmen.“

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