Festakt in der Elphi: Polit-Prominenz feiert 100. Geburtstag von Helmut Schmidt

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Sie kamen alle. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Altkanzler Gerhard Schröder, der ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück (alle SPD), die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, Ehrenbürger Michael Otto und viele, viele weitere. Mehr als 1000 Gäste haben am Sonnabend in der Elbphilharmonie einen Festakt zum 100. Geburtstag des verstorbenen Altkanzlers Helmut Schmidt (1918-2015) begangen.

Eigentlich wäre der 100. Geburtstag schon im Dezember gewesen, groß gefeiert wurde aber erst gestern. Eingeladen hatten der Hamburger Senat und die „Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung“. Der Festakt bildete den Schluss- und Höhepunkt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen zum 100. Geburtstags Schmidts, den er am 23. Dezember gefeiert hätte.

Helmut Schmidt sei für viele zum Prototyp des idealen Politikers geworden, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Gebildet und lebenserfahren, keine Scheu vor schwierigen Entscheidungen, pragmatisch und prinzipienfest, ohne Pomp und Pose, tatkräftig und hanseatisch nüchtern – so hat er eine ganze Nation für sich gewonnen“, so Steinmeier.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini verwies auf die Verdienste Schmidts um die europäische Einigung, die in dessen Sinne fortgeführt werden müsse. Gerade in der sich verändernden Welt, in der machtpolitische Interessen Einzelner immer stärker in den Vordergrund träten, brauche es ein starkes und verlässliches Europa, das als weltweiter Referenzpunkt für Zusammenarbeit und Multilateralismus gelten könne.

Auch Schmidts Tochter Susanne (71) kam zum Festakt nach Hamburg. Sie lebt mit ihrem Mann in England. Ihr Elternhaus in Langenhorn ist mittlerweile ein Museum. Genau wie ihre verstorbenen Eltern ist sie Raucherin – und die einzige, die in dem Haus noch rauchen darf.

Gestern konnten die ersten Führungen für kleine Gruppen in dem Haus gebucht werden. Der Andrang war so groß, dass der Server zeitweise überlastet war. Binnen fünf Minuten waren alle Plätze von Anfang März bis Ende Juni vergeben. Insgesamt gibt es nur 24 Plätze pro Monat. Am 23. Mai können Führungen für das dritte Quartal gebucht werden, am 23. August für das vierte Quartal. Das Haus wird entsprechend dem Testament der Schmidts unverändert als Gedächtnisort bewahrt.

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