Festival am Hafen: Elbjazz für Einsteiger

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Verkopft, egozentrisch, anstrengend – die Vorurteile gegen den Jazz sind vielfältig. Widerlegen lassen sie sich mit einem Besuch des Elbjazz Festivals. Auf dem Gelände vom Blohm + Voss am südlichen Elbufer werden am 1. und 2. Juni auf zwei Open-Air-Bühnen und in der Schiffbauhalle Sänger und Musiker die Sommerluft in Schwingung versetzen, die jenseits fester Genregrenzen leidenschaftlich für ihre Sache brennen.

Neben großen Namen wie den Saxofonisten Kamasi Washington, dem legendären Afrobeat-Schlagzeuger Tony Allen und dem Jazz-Funk-Posaunisten Nils Landgren gibt es dabei noch etliche weitere starke Künstlerpersönlichkeiten zu entdecken. Etwa das R&B-Energiebündel China Moses. Die Tochter der Jazz-Sängerin Dee Dee Bridgewater bewegt sich mit eben so viel Herzblut im Aufwind des Soul, wie der schwergewichtige Matt Andersen dem Blues eine ganz neue Erdung gibt.

Immer nahe am Siedepunkt befindet sich die Marcus King Band mit ihrem kernigen Mix aus Soul, Blues und psychedelischem Rock, während die junge Saxofonistin und Sängerin Fabia Mantwill mit ihrem Quintett entspannt-melodiöse Begegnungen zwischen Jazz und Kammermusik verspricht.

Für flockig-leichtes Sommerflair dürften auch die Elektro-Jazzer von Nighthawks sorgen. Keine unbekannten Größen in Hamburg sind der Jazz-Trompeter Nils Wülker sowie die Hip-Hop-Musiker DJ Mad und Nico Suave, die zum ersten Mal – gemeinsam mit Songpoet Maxim – am „urbanen Sound“ feilen.

Neben dem Werftgelände lockt Elbjazz noch mit weiteren Spielstätten – allen voran die Elbphilharmonie: Schon zum Auftakt des Festivals am 31. Mai verspricht das Andromeda Mega Express Orchestra explosiven Klangmischungen in großer Besetzung, bevor Pianist Michael Wollny – der als Artist in Residence gleich vier Mal in unterschiedlichen Besetzungen zu erleben ist – abends mit seinem Trio in den großen Saal einzieht. In der Hauptkirche St. Katharinen spielen die Schwestern des Hamburger Indie-Pop-Duos Joco. Als Geheimtipp sei Laura Perrudin empfohlen, die auf der MS Stubnitz mit Harfe und Elektronik faszinierende und eigenwillige Klanglandschaften erforscht.

Elbjazz: 1.+2.6. (3 Elphi-Konzerte bereits am 31.5.), 55 Euro (Fr), 69 Euro (Sa), 99 Euro (beide Tage), elbjazz.de

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