Geiger Ray Chen: Violinen- Zauber in der „Elphi“

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Viele erfuhren es wohl erst vor Ort, obwohl es zuvor schon angekündigt war: Star-Geiger David Garrett konnte aufgrund eines akuten Bandscheibenvorfalls nicht mit dem London Philharmonic Orchestra auftreten. Grund zur Beschwerde gab es nicht, denn das britische Weltklasse-Ensemble unter der Leitung des Altmeisters Christoph Eschenbach trat sein Debüt in der Elbphilharmonie nun mit einem Solisten an, dessen staunenswerte Souveränität und berauschende Spielfreude schlichtweg beglückten.

In Tschaikowskys Violinkonzert ließ sich der 28-jährige australisch-taiwanesische Geiger Ray Chen mit seiner „Joachim“-Stradivari auf einen intensiven, klangvollendeten Flirt ein und schien das bestens aufgelegte Orchester geradezu mit sich fortzureißen. Jeden Winkel der Partitur farbig auszuleuchten, diese Fertigkeit stellten die Musiker auch mit Tschaikowskys Sinfonie Nr. 5 unter Beweis. Helle Begeisterung bei den Besuchern. Unter ihnen Konzertveranstalter Hans-Werner-Funke, der mit Freuden seinen 80. Geburtstag in der „Elphi“ feierte. Prominenter Gast in Reihe zwei: Blödelbarde Mike Krüger.