Hamburger Konzerthaus: Die Laeiszhalle kriegt was auf den Deckel

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Als die Laeiszhalle 1908 eingeweiht wurde, war sie das größte und modernste Konzerthaus Deutschlands. Lang, lang ist’s her … Heute steht die „Musikhalle“ im Schatten der Elbphilharmonie. Und auch optisch hat der Bau gelitten – die elegante Glasdecke im Großen Saal ist plötzlich verschwunden!

Beim Neujahrempfang der Haspa am Sonntag rieben sich viele Gäste die Augen: Statt auf die Glasdecke, die dem Großen Saal das gewisse Etwas verlieh, blickten sie auf eine Zwischendecke mit 60 grellen LED-Leuchten. Waren da fiese Baufrevler am Werk?

„Nein“, sagt Enno Isermann von der Kulturbehörde. Das Denkmalschutzamt hat alles abgesegnet. Seit September 2018 wird das Glasdach saniert. Die Metallkonstruktion wird mit modernen Rauchabzugsklappen und einer neuen „Verdunklungsanlage“ versehen. Damit die Arbeiten ungestört laufen können, ist eine Arbeitsebene eingefügt worden. Sie verhindert den Lichteinfall in den Großen Saal – und deswegen wurde wiederum unter die Arbeitsebene die Zwischendecke mit den Leuchten gehängt.

Doch dieser schmucklose Zustand soll nicht so bleiben. Die Sprinkenhof GmbH, die sich um das Gebäude kümmert, verspricht, dass zum Frühjahr die Arbeiten abgeschlossen sind und das Glasdach in neuem Glanz erstrahlt. Die Kosten der Arbeiten liegen bei 5,5 Millionen Euro.

„Eine würdige Stätte für die Ausübung und den Genuss edler und ernster Musik“, hatte der Hamburger Reeder Carl Laeisz (1828-1901) im Sinn, als er der Stadt testamentarisch 1,2 Millionen Reichsmark vermachte. Nach seinem Tod stockte seine Witwe den Betrag auf zwei Millionen Mark auf, Rathaus-Architekt Martin Haller und sein Kollege Emil Meerwein schufen einen Bau im Stil des Neobarocks. Wie durch ein Wunder überstand das Konzerthaus den Zweiten Weltkrieg fast ohne Schäden. 1945 zog der britische Militärsender BFN ein. Chris Howland („Mr. Pumpernickel“) begann hier seine Show-Karriere.

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