Irre 3D-Kunst in Hammerbrook: Diese verrückte Welt entsteht in Ihrem Kopf

Veröffentlicht

Liebling, ich habe den Fotografen geschrumpft! Was auf dem Foto so wirkt, als hätte ich, die MOPO-Reporterin, meinen Kollegen zum Winzling gemacht, ist natürlich nicht echt. Es ist allerdings auch keine Foto-Montage! Es handelt sich um eine ziemlich ausgefallene Illusion. Und solche Fotos kann jetzt jeder in Hamburg machen!

„Mindways“ heißt die Ausstellung, die die Hamburger Carsten Dierks (53) und Peer Pubben (51) in Hammerbrook zwischen Hauptbahnhof und Berliner Tor in einer Lagerhalle auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern auf die Beine gestellt haben. 25 Motive sind hier ausgestellt. Auf Fotos wirken sie dreidimensional. Mit bloßem Auge sehen sie allerdings gar nicht danach aus.

Wer sich vor so ein Motiv stellt, sieht es komplett verzerrt, einige stehen sogar Kopf. Es lässt sich vor Ort nicht erahnen, wie es später auf einem Foto wirken wird. Denn: Hält man die Kamera in einem bestimmten Winkel drauf, erwacht das Bild plötzlich zum Leben. Es wird scheinbar dreidimensional! Das funktioniert mit jeder beliebigen Kamera mit Weitwinkel-Objektiv, zum Beispiel im Smartphone.

Und nun kommen die Besucher ins Spiel. Sie haben die Möglichkeit, sich selbst in diesem Bild zu positionieren. Und das macht immens großen Spaß – nicht nur den Kindern. Hier kann jede Generation Quatsch machen. So wie mein Kollege und ich.

Zum Teil erscheint es nicht immer logisch, wohin man sich zu stellen oder zu legen hat. Aber dafür ist vor jedes Motiv ein Beispielbild auf den Boden geklebt – daran kann man sich leicht orientieren. Auch die Positionen, aus welchem Winkel man fotografieren sollte, sind markiert.

Die Bilder befinden sich meist in Ecken – dort fließen sie von den beiden Wänden in den Boden über. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie das auf dem Foto plötzlich so echt wirkt. Diese Kunst kommt aus Japan, wie Geschäftsführer Dierks erklärt. Dort sei sie schon seit Jahren im Trend. Und diesen wollte er mit einem Partner nach Hamburg holen.

„Dafür haben wir den berühmten 3D-Künstler Masashi Hattori aus Tokio engagiert“, verrät der Unternehmer. Der Japaner komponiere seine Werke aus Computer-Grafiken, Zeichnungen und Fotos.

Dierks und Pubben reisten extra nach Japan, um das Projekt festzuzurren. Alles weitere wurde auf digitalem Wege gemacht. Hattori baute erst Modelle im DIN-A4-Format, schickte seinen beiden Geschäftspartnern Fotos. „Die Kommunikation funktioniert digital ganz gut. Vieles erfolgt auf Englisch, auch Google Translate ist ein guter Helfer“, sagt Dierks.

Schließlich suchten die Unternehmer, die auch seit zwölf Jahren Touren mit Segway-Elektrorollern anbieten, eine Halle und eine Firma, die Vinylboden bedruckt. Jetzt, nach einem Jahr harter Arbeit, ist das „Museum“ fertig – fast. Es sollen natürlich nach und nach weitere Motive kommen. „Vor allem auch auf Hamburg bezogene Grafiken – etwa mit der Elbphilharmonie oder dem Michel“, sagt Dierks. Am 1. November feiert „Mindways“ seine feierliche Eröffnung.

Das ganze Projekt hat übrigens nicht nur einen spaßigen Hintergrund. „In Zeiten von Fake-News und Fake-Pictures können Kinder und Jugendliche sehen, dass nicht alles, was auf Bildern zu sehen ist, auch tatsächlich echt ist“, erklärt Dierks. „Vieles ist eben nur eine Illusion.“

– Mindways 3D Trick Art: Nordkanalstraße 51 (Hammerbrook), Eintritt: Erwachsene 12 Euro, Studenten 9 Euro, Kinder von 5 bis 15 Jahren 5 Euro, Kinder unter 5 Jahren zahlen nichts. Infos unter 3dtrickart.de

Powered by WPeMatico