IS-Fahne vor Elphi fotografiert: Hamburger (18) verurteilt – vorerst auf freiem Fuß

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Ein 18-Jähriger, der im Netz um IS-Mitglieder geworben hat, wurde am Donnerstag vom Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg zu zwei Jahren Haft verurteilt. Vorerst ist er jedoch auf freiem Fuß.

Der junge Mann hatte im Internet um Kämpfer für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ geworben und zur Tötung von IS-Feinden aufgerufen. Außerdem veröffentlichte er im Netz ein Foto vom verbotenen IS-Banner vor der Elbphilarmonie und verbreitete mehr als 190 Propaganda- und Hinrichtungsvideos. „An Grausamkeit war das nicht zu überbieten“, sagte die Richterin. Sie wirft ihm auch vor, einen „digitalen Feldzug für den IS“ geführt zu haben und verurteilte den heute 18-Jährigen zu zwei Jahren Haft.

Täter kommt zunächst unter strengen Auflagen frei

Zunächst muss er seine Strafe aber nicht absitzen. Der Verurteilte, der seine Taten im Alter von 17 Jahren begangen hatte, soll dem Gericht in den nächsten Monaten unter strengen Auflagen beweisen, dass er sich mit seiner Radikalisierung auseinandersetzt und sich davon distanziert. Im Anschluss will das Gericht prüfen, ob die Strafe auf Bewährung ausgesetzt werden kann.

Für die Vorsitzende Richterin war bei dem Mann eine „erschreckende Verrohung und Emphatielosigkeit“ vorhanden.

Richterin: Er habe alleine und von außen gehandelt

Zugute hielt die Richterin das schonungslos offene Geständnis des Angeklagten, das aber nicht wirklich von Reue getragen war. Anzeichen, dass der junge IS-Sympathisant in den IS integriert sei, gebe es nicht. Das Gericht geht davon aus, dass er alleine und von außen gehandelt habe.

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