Konzerte in Hamburg: Mit Orchester-Bombast ins neue Jahr

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In der Klassikwelt ist der Silvesterabend untrennbar mit Beethovens Neunter verbunden: Denn womit lässt sich ein neues Jahr besser begrüßen als mit jener Sinfonie, deren Botschaft die Menschen an ihre höchsten Ideale erinnern und begeistern soll?

Und so pflegen auch Hamburgs Orchester diese Tradition. Doch während das Konzert damals gegen 23 Uhr begann, damit pünktlich um Mitternacht die Ode „An die Freude“ erklingt, spielen die Symphoniker in der Laeiszhalle bereits um 16 Uhr auf (und legen Neujahr um 19 Uhr noch mal nach).

Für ihre traditionellen Beethoven-Freuden gibt es jedoch ebenso wie für die der Neuen Philharmonie am 29.12. (20 Uhr) allenfalls Restkarten an der Abendkasse. Allein für die Neunte der Tschechischen Symphoniker am 3. Januar um 20 Uhr in der Laeiszhalle gibt es noch Tickets (28 bis 64 Euro).

Dass Silvester heutzutage zu den populärsten Terminen im Klassikjahr gehört, ist vor allem den Wiener Philharmonikern und ihrem Neujahrskonzert zu verdanken: Seit der Premiere dieses Mega-Events am 31. Dezember 1939 regiert alljährlich der Dreivierteltakt. Auch an der Elbe geben sich die Orchester dem Reigen aus Walzern, leichten Ouvertüren und Liebesarien nur zu gerne hin: zum Beispiel am 31. Dezember mit der Neuen Philharmonie (Laeiszhalle, 16 Uhr, Karten 20-38 Euro, Tel. 35766666) und der KlassikPhilharmonie (Laeiszhalle, 19 Uhr, Karten ab 21 Euro, Tel. 35766666).

Am 5. Januar sind dann die K&K Philharmoniker und das K&K Ballett mit ihrer Wiener Johann-Strauß-Konzert-Gala zu Gast (Laeiszhalle, 20 Uhr, Karten 40-93 Euro, Tel. 35766666). Alle Jahre wieder – „Same procedure as every year“. Denn wie bei „Dinner for one“ weiß auch hier der Zuhörer, was ihn erwartet: ein prickelnd-berauschendes Konzerterlebnis.

Auf Letzteres setzt auch das NDR-Elbphilharmonie-Orchester bei seiner Gala mit Star-Sopranistin Olga Peretyatko, die in der Elbphilharmonie zu Verdi & Co. lädt. Für die Konzerte am 30.12. (20 Uhr) und 31.12. (20.30 Uhr) kann der Besucher aber nur noch auf Restkarten an der Abendkasse hoffen. Das gilt auch für das Silvesterkonzert der Hamburger Philharmoniker in der Elbphilharmonie (31.12., 11 Uhr).

Wer das alte Jahr mit einem ruhigen Blick zurück verabschieden möchte, sollte den Pfeifen lauschen – jenen in den großen Hamburger Kirchen, die traditionell am späten Silvesterabend zu Orgelkonzerten einladen und für die es noch Karten gibt. Ob im Michel (21 Uhr, 16-26 Euro), in St. Petri (21 Uhr, 10 Euro), St. Katharinen (23 Uhr, Eintritt frei), St. Jacobi (22.30 Uhr, 10 Euro), St. Nikolai (19 Uhr, 11-37 Euro sowie 21 Uhr, 11-30 Euro) oder St. Marien (20.30 Uhr, 15 Euro) – überall erklingt zu vorgerückter Stunde die Königin der Instrumente.