Kostenexplosion an den Elbbrücken: Neue Haltestelle wird 13 Millionen Euro teurer!

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Das fängt ja gut an. Noch bevor Hamburgs neue Pracht-Haltestelle „Elbbrücken“ fertig ist, entpuppt sie sich schon als Millionengrab. Weil die Deutsche Bahn Bau-Probleme hat, wird der S-Bahn-Abschnitt rund 13,6 Millionen Euro teurer!

Als wäre die Station nicht so schon teuer genug. Rund 43,3 Millionen Euro sollten die Baukosten ursprünglich betragen, jetzt steigen sie um mehr als 30 Prozent. „Das gefällt uns wahrlich nicht“, sagt Verkehrsbehörden-Sprecher Christian Füldner zerknirscht. Warum? Weil die Stadt den Mehrbetrag zahlen muss – obwohl die Deutsche Bahn kein städtisches, sondern ein staatliches Unternehmen ist.

„Die Bahn baut in unserem Interesse, deswegen ist das so“, sagt Füldner. In der Behörde wirkt man schmallippig. Wohlwissend, dass dieses Kostendebakel zahlreiche Kritiker auf den Plan ruft. „Statt kostenstabiles Bauen erleben wir kostenfragiles Bauen“, sagt Dennis Thering (CDU) und listet auf, was man mit dem Geld alles hätte machen können: P+R-Gebühren abschaffen, eine Fahrradbrücke von Harburg bis an die Elbbrücken bauen, den ÖPNV ausbauen.

Stattdessen verhagelt das Millionen-Minus die Gesamtbilanz an den Elbbrücken. Die Hochbahn, die für den neuen U-Bahn-Halt zuständig ist, hat 18 Millionen Euro weniger ausgegeben als ursprünglich gedacht.

Bleibt die Frage, warum es zu dieser Kostenexplosion bei der Deutschen Bahn kam. Antwort: „Es ergeben sich beispielsweise Kostenveränderungen aufgrund der aktuellen Marktlage, notwendiger Berücksichtigung von Parallelmaßnahmen sowie Problemen im Baugrund“, so ein Bahn-Sprecher.

Das Preis-Debakel ist aber leider noch nicht alles. Auch die Inbetriebnahme der Station, die für Dezember geplant ist, steht auf der Kippe. „Es besteht ein Risiko, die hoch angespannte Terminschiene einzuhalten“, so der Sprecher. Gründe dafür seien die „schwierigen, örtlichen Rahmenbedingungen“ – etwa die Arbeiten bei laufendem Bahn-Betrieb.

Kommentar: Senat hat nichts gelernt!

Wieder einmal fliegt der Stadt ein Prestige-Projekt um die Ohren. Die Station „Elbbrücken“ hätte eine Vorzeige-Station in Sachen Planung werden können. Jetzt zeigt sie nur, dass der Senat aus der Vergangenheit nichts gelernt hat.

Klar, 13 Millionen Euro zusätzlich sind nichts im Vergleich zu den 700 Millionen Euro, die die „Elphi“ mehr verschlungen hat. Aber aus diesem Debakel hätte man doch lernen – und den Bauherrn bei Bauverzögerung und Kostenexplosion in Regress nehmen müssen! Die Bahn muss jetzt nur den Spott ertragen, den wirtschaftlichen Schaden haben die Hamburger.

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