Lesung und Konzert: Heiter und besinnlich: Makatsch in der Elphi

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Heike Makatsch ist ein Weihnachts-Klassiker. Dank des Films „Tatsächlich Liebe“ kommt sie jedes Jahr zum Fest in unsere Wohnzimmer. Am Sonnabend saß die 47-jährige Schauspielerin nun leibhaftig auf einem altbackenen Sofa im Großen Saal der Elbphilharmonie und rezitierte mit schwarzer Lesebrille weihnachtliche Kurzgeschichten.

Diese gebärdeten sich mal tiefsinnig wie bei Joachim Ringelnatz und seinen Gründen fürs „Schenken“. Mal heiter, wenn Makatsch dem Publikum das stressige Last-Minute-Shopping in Axel Hackes „Der Laden zur letzten Hoffnung“ zu Ohren kommen ließ.

Ihre Geschichten bilden den roten Faden für das Konzert unter dem Motto „Ein Wintermärchen“ mit Weihnachtsliedern aus Deutschland. Star des Abends ist der südafrikanisch-britische Geiger und mehrfache Echo-Klassik-Preisträger Daniel Hope. Stolz sei er, dass Zürcher Kammerorchester, aufgestockt um ein Sinfonie-Ensemble unter der Leitung von Christoph Israel, begrüßen zu können, sagt der 45-Jährige noch etwas steif, präsentiert dann aber ganz locker ein Stück von Vivaldi in einer Version von Max Richter.

Amüsant wird es mit Oboist Albrecht Mayer, der von der Erfindung der Liebes-Oboe zum Weihnachtsfest 1730 erzählt, die bei Johann Sebastian Bach zu reichlich Potenz, 13 weiteren Kindern und nachfolgend präsentiertem Musikstück geführt haben soll. Im roten Abendkleid versprüht die Sopranistin Elisabeth Breuer mit dem Weihnachtslied „Maria durch ein’ Dornwald ging“ noch am meisten Festtagsstimmung.

Auch Makatsch singt: Bei „Ihr Kinderlein kommet“ klingt sie stimmlich immer noch wie die Knef. „Tatsächlich Liebe“ läuft dieses Jahr übrigens am 2. Weihnachtstag auf ZDF Neo.

Weitere Vorstellungen: Elbphilharmonie, 25. und 26.12., 16 und 20 Uhr (Restkarten an der Abendkasse)

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