Nach Elphi-Fertigstellung: Dreist! Ole von Beust und CDU feiern sich selbst

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Sie scharren mit den Füßen und wollen jetzt, wo alle ganz heiß auf die Elbphilharmonie sind, auch ein Stück vom Kuchen abhaben. Denn immerhin, so die CDU,  sei dieses gigantische Bauwerk ihre Idee gewesen.

Graues Nieselwetter, die Elbphilharmonie hängt am Montagmorgen unter einer dunstigen Wolke. Der Termin ist wohlüberlegt, denn immerhin findet in dem Konzerthaus zeitgleich die Schlüsselübergabe statt. Und deshalb veranstaltet die CDU eine etwas andere Pressekonferenz auf einer Barkasse. Mit dabei: Ex-Bürgermeister Ole von Beust und CDU-Fraktionschef André Trepoll. Und natürlich wissen auch die Christdemokraten, dass sie vorsichtig sein müssen, dass sie sich nicht ungeniert und ohne Vorbehalte über die Elbphilharmonie freuen dürfen.

Planungsfehler, Kostenexplosionen und ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss  fielen in ihre Regierungszeit. Doch nun Rot-Grün die Lorbeeren für das zu überlassen, was sie angeleiert haben? Das fällt schwer. Trotzdem gibt es auch selbstkritische Töne auf  der Barkasse. Ole von Beust spricht davon, dass er  „verhaltene Freude“ angesichts der  Elbphilharmonie verspüre. Freude darüber, dass sie endlich fertig sei. „Es wird passieren, was viele gehofft haben: Die Elbphilharmonie wird eines der besten Konzerthäuser.“ 

Sie verschaffe Hamburg eine neue Unverwechselbarkeit. Und: „Die Hamburger sind stolz auf ihre Elbphilharmonie.“ Allerdings, so von Beust,  trage er als ehemaliger Bürgermeister auch die Verantwortung für das, was falsch gelaufen sei. „Der Hauptfehler war, dass es am Anfang keine Planungstiefe gab.“ Und so schnellten die Kosten in immer gigantischere Höhen.

Eine Kritik, mit der sich von Beust nach wie vor abgeben muss. Es sei wohl naiv gewesen, ohne detaillierte Planung in die Ausschreibung zu gehen, sagt er. Doch der öffentliche Erwartungsdruck sei enorm gewesen.  Auch das Parlament habe Druck gemacht, wollte endlich eine Ausschreibung, so von Beust.

Die Entscheidung für die Elbphilharmonie sieht er nach wie vor als richtig an. „Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist sehr groß, das zeigt der Andrang auf die Karten“, so von Beust. Er selbst habe noch keine. „Aber ich gucke täglich mit gierigen Augen zum Briefkasten, ob eine Einladung zur Eröffnungsfeier da ist“, erzählt von Beust.

Das Motto der CDU scheint zu sein: Lasst die Vergangenheit ruhen, jetzt ist die Zukunft da. Und   André Trepoll wagt sogar die Aussage: „Die Elbphilharmonie wird jeden investierten Steuer-Euro zurückbringen.“

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