Neuer Event-Supermarkt in Ottensen: Musikerin streitet sich mit Rewe

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Die Zeisehallen an der Friedensallee bekommen einen „Event-Supermarkt“. Damit das Shoppen etwas ganz besonderes wird, wirbt Rewe mit einer Kultur-Empore, auf der Künstler auftreten. Der Haken: „Die Kulturschaffenden sollen kein Geld dafür bekommen. Das ist eine Frechheit“, klagt die Hamburger Soulpop-Sängerin „Miu“ an.

Bereits im April kommenden Jahres soll der rund 1300 Quadratmeter große „Rewe“ einziehen. Aktuell sucht das Unternehmen nach Künstlern, die dort auftreten wollen. Rein interessehalber habe sie sich per Mail an die Rewe Group gewendet und nach den Bedingungen und Konditionen gefragt, so Nina Graf (30), die als „Miu“ schon in der Elbphilharmonie auftrat.

„Das Interesse des Marktleiters war groß. Die Konzerte sollen etwa 60 bis 90 Minuten dauern.“ Aber als die Sängerin nach der Gage gefragt hätte, sei ihr mitgeteilt worden, dass es kein Geld gäbe. „Man kann doch nicht mit einem Kulturprogramm werben und dafür dann nichts zahlen. Viele Veranstalter denken, dass es immer einen Blöden gibt, der froh ist, wenn er spielen kann. Aber Kunst kostet halt“, sagt die Sängerin.

Als die MOPO den zukünftigen Geschäftsführers des Rewe-Marktes kontaktiert, rudert dieser prompt zurück. „Ich will mich zwar nicht zu Summen äußern, aber es wird auch Geld für die Künstler geben. Das Budget ist Verhandlungssache“, sagt Sasa Surdanovic. Allerdings sei es ihm natürlich am liebsten, „wenn die jungen Künstler es einfach als Chance und Plattform sehen.“ Ein Auftritt im Supermarkt als Sprungbrett? „Lächerlich“, findet Miu.