Primadonna in der Elbphilharmonie: Einfach bezaubernd, diese Santa Cecilia!

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Wahrscheinlich hätte Cecilia Bartoli bei ihrem Vivaldi-Abend in der Elbphilharmonie noch nicht mal singen müssen – das Publikum hätte die Primadonna allein ob des charmanten Auftritts in ihrer azurblauen Robe samt wirbelnder Schleppe gefeiert. Tat die Mezzosopranistin aber, und das mit einer ebenso klugen wie faszinierenden Dramaturgie, die unbekannte Opernarien Vivaldis nahtlos mit dessen berühmten „Vier Jahreszeiten“-Konzerten verband. Ein Programm aus einem Guss ohne nervenden Zwischenapplaus: Chapeau!

Ihre Stimme hat mit 52 Jahren an Glanz eingebüßt, wird in der Höhe schon mal enger, im Zornausbruch hart. Doch sie weiß noch immer zu betören. Und dass die Bartoli und Mitglieder des Ensembles Les Musiciens du Prince-Monaco unter Gianluca Capuano plötzlich in den Zuschauerrängen auftauchten, sie sich gar durch die Reihen sang und einem Herrn über die Schulter strich, war großes Kino. Einfach bezaubernd, diese Santa Cecilia!

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