Quickie in der Elphie: Radiohead-Star trat in Hamburg auf – ganze 15 Minuten

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Künstler wie die Labèque-Schwestern sind ein Glücksgriff für die Elbphilharmonie. Weil ein Auftritt der Französinnen gleichbedeutend ist mit musikalischer Extraklasse. Und weil sie sich auf der Bühne so positionieren, dass jeder im Raum sehen kann, was sie da eigentlich machen: mit flinken Fingern virtuos über die Tasten fliegen. So auch am Mittwochabend, als sie sich einen ganz besonderen Gast zum Bühnen-Quickie eingeladen hatten.

Mit „Minimalist Dream House“ ist der Abend überschrieben, gewidmet den großen Künstlern der Minimal Music. Auf der Bühne: zwei Steinway-Flügel, zusammen etwa so groß wie ein durchschnittliches Altbaubadezimmer. Katia (69) und Marielle (67) Labèque bringen die riesigen Instrumente zum Flirren, beinahe schwerelos ihre Versionen von Caroline Shaws „Valencia“ und Max Richters „The Twins (Prague)“. Und das, obwohl sie sich nicht nur auf ihre Flügel verlassen, sondern mit Bryce Dessner (42, The National) und David Chalmin (39) zwei Rockgitarristen an ihrer Seite haben.

Kurze 45 Minuten dauert der erste Teil des Konzerts, der zweite gehört dem Stargast: Radiohead-Frontmann Thom Yorke (50, „Creep“) feiert die Deutschlandpremiere seines Klassikdebüts, das Stück „Fear The Light“ aber findet in seiner Abwesenheit statt – vorgetragen von den Labèques und Chalmin füllt es den Raum. Erst zu „Gawpers“ kommt er unter Johlen auf die Bühne, singt – und man würde ihm gerne noch viel länger zuhören. Doch das nächste Stück („Suspirium“) ist schon die Zugabe. Kaum 15 Minuten hat der Star sich gezeigt. Ein seltsam plötzliches Ende.

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