„Reflektor“-Reihe: Nils Frahm besetzt die Elbphilharmonie

Veröffentlicht

Er zählt zu den spannendsten Klangkünstlern der Gegenwart – der gebürtige Bergedorfer Nils Frahm findet mit seiner Mischung aus moderner Klassik, elektronischer Musik und Avantgarde Pop Fans auf der ganzen Welt.

Spätestens, seit er 2011 sein Klavier mit Filz präparierte und so einen ganz eigenen Sound schuf, gilt der 36-Jährige als Hoffnungsträger, der spielend musikalische Grenzen überschreitet. Logisch, dass sich die Elphimacher den Wahl-Berliner als Kurator für die eigene „Reflektor“-Reihe geholt haben.

Frahm geht dabei nicht nach dem Prinzip „Ich lade alle meine Freunde ein“ vor, sondern versammelt Künstler, die ihn inspirieren. Etwa Indie-Tausendsassa Erlend Øye, bekannt von den Kings of Convenience und The Whitest Boy Alive (Montag, 21 Uhr, ausverkauft). Neo-Folk-Maestro Devendra Banhart bringt seinerseits noch ein paar Gäste mit (Sonntag, 21 Uhr, Restkarten) – und neues, unveröffentlichtes Material.

Frahms eigenes Konzert am Samstag (21 Uhr) ist hingegen schon lange ausverkauft, ebenso das Konzert des Penguin Café Orchestras (So., 16 Uhr). Im kleinen Saal finden an den drei Tagen Doppelkonzerte statt – von Musikern, deren Sound sich bestens ergänzt: Die finnischen Brüder Samu und Ville Kukaa alias The Gentleman Losers machen „music from a past that hasn’t happened yet“. Das passt gut zu den sphärischen Klangflächen des Hamburger Gitarristen Martin Heye (Sonnabend, 17 Uhr).

Synthie-Sounds und sind typisch für das Duo Schneider Kacirek. Ihre Konzertpartner Szun Waves kombinieren experimentellen Jazz mit Elektro (So., 17 Uhr). Den Abschluss der Doppelkonzerte bilden Björn Meyer mit seinem sechssaitigem E-Bass und Jazz-Saxofonistin Nubia Garcia (Mo., 17 Uhr).

Weil Frahm auch ein umtriebiger Filmmusikkomponist ist, werden im Rahmen von „Reflektor“ die Filme „Victoria“, „Ellis“ und „Manifesto“ gezeigt – nicht in der Elphi, sondern in der Astor Lounge in der HafenCity und dem Auswanderermuseum Ballinstad – „Ellis“ ist kostenlos, für „Victoria“ und „Manifesto“ gibt’s Tickets übers Astor.

Das gilt auch für die Ausstellung im Foyer des Kaispeichers: Hier sind Fotografien von Klaus Frahm, dem Vater des Kurators, zu sehen: aufgenommen aus der Bühnenperspektive. Ausklingen lassen können Zuhörer die Abende auf den After-Show-Parties auf der MS Stubnitz (Sa/So, 23 Uhr). – Elbphilharmonie: Fr, 10 Uhr-Mo, 21 Uhr, Infos: www.elbphilharmonie.de

Powered by WPeMatico