Sasel-Haus in Hamburg : Selbstbewusstes Stadtteilkulturzentrum feiert 40. Geburtstag

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So sieht das Sasel-Haus von außen aus. (Bild: Jörg Böhm)

„In unserer Konzertreihe müssen wir den Vergleich mit der Elbphilharmonie nicht scheuen.“ Gesundes Selbstbewusstsein spricht aus Friedemann Boltes’ Worten, und doch trifft die Feststellung des künstlerischen Geschäftsführers des Sasel-Hauses zweifellos zu: Das Stadtteilkulturzentrum, das am Montag seinen 40. Geburtstag feiert, muss sich nicht vor dem viel gepriesenen Leuchtturm in der HafenCity verstecken.

Sabine Meyer, Martin Stadtfeld oder das Concerto Köln: Es sind Klassikkünstler von Weltrang, die im Hamburger Nordosten binnen eines Jahres auftreten. Und das in einem Saal, der gerade einmal 400 Besuchern Platz bietet – doch dafür nicht nur historisch mit einer ganz besonderen Note aufwarten kann (das Gebäude war einst der Kuhstall des Gutshofs Sasel), sondern vor allem bei der Künstlerbetreuung.

„Bei uns werden die Stullen für die Musiker von Hand geschmiert“, freut sich Boltes über das Engagement seines großen ehrenamtlichen Teams. „Und für den kleinen Hund von Martin Stadtfeld gibt es in seinem Künstlerzimmer natürlich eine Extra-Decke.“

Und da sich der 42-Jährige neben solchen kleinen Aufmerksamkeiten auch auf die große Kunst des Netzwerkens mit anderen norddeutschen Veranstaltern versteht, sind selbst die Star-Gagen eine lösbare Herausforderung.

Sasel-Haus in Hamburg: ein Kulturzentrum für alle

Der Kulturmanager hat es sogar geschafft, Deutschlands beste Klarinettistin samt ihrem Ehemann Reiner Wehle für das Projekt „Musik von Anfang an“ zu gewinnen: Mehrere Wochen lang unterrichten die beiden Lübecker Musikhochschulprofessoren derzeit die Mädchen und Jungen der Saseler Grundschule Redder, um bei den Kindern die Begeisterung fürs Musizieren zu wecken – samt eines krönenden Abschusskonzerts!

„So können wir bei den Jüngsten schon kleine Funken für die Klassik entzünden und gleichzeitig neue Zuhörer gewinnen“, erläutert Boltes seinen Ansatz. Ganz im Geiste jener Idee, die vor 40 Jahren engagierte Bürger im Alstertal das Sasel-Haus gründen ließ: ein Kulturzentrum für alle. Entsprechend breit ist heute das Angebot, neben Konzerten, Lesungen mit Schauspielgrößen wie Christian Quadflieg oder Hannelore Hoger und der Gesprächsreihe „ImPuls“, in der schon Alt-Bundespräsident Joachim Gauck zu Gast war, finden sich im Programm auch Sprach-, Gesundheits- und Kreativkurse sowie der Kinder-Leseclub.

Hamburgs drittgrößtes Kulturzentrum empfängt jährlich 200.000 Besucher

Eine Vielfalt, die inzwischen Jahr für Jahr mehr als 200.000 Besucher in Hamburgs drittgrößtes Kulturzentrum lockt. Allein die Stadt hält sich mit einer institutionellen Förderung von 109 000 Euro eher zurück, mehr als 80 Prozent ihres 1,5-Millionen-Euro-Etats erwirtschaften Boltes und seine Kollegen selbst – einsame Spitze in der Stadt! 

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