Schimmel-Alarm in Hamburgs „Elphi“: Was hat es mit den neuen Vorwürfen auf sich?

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Jahrelang war die Elbphilharmonie Hamburgs Sorgenkind. Die Bauzeit wurde immer länger, die Kosten explodierten. Doch inzwischen ist der gläserne Bau längst fertig, das Konzerthaus zu einem weiteren Wahrzeichen Hamburgs geworden. Wird daraus jetzt wieder ein Problemfall?

Schimmel-Vorwürfe nagen aktuell am Image der „Elphi“. Hamburgs Linksfraktion behauptet, dass der Bau an der Elbe ein massives Schimmelproblem hat, die Hintergrundbelastung sei doppelt so hoch wie vom Umweltbundesamt angesetzt. Was ist da los?

Hamburgs Linksfraktion erhebt Vorwürfe

Die Linksfraktion verweist bei ihren Vorwürfen auf offenbar getätigte Aussagen des Hamburger Gutachters Dr. Alexander Berg. Der Sachverständige, der den Bau der Elbphilharmonie eng begleitet hatte, soll sich auf zwei Fachkonferenzen in Berlin (März) und München (September) entsprechend geäußert haben. Seine Ergebnisse basieren laut Linksfraktion auf der Untersuchung von über 300 Proben aus dem Konzerthaus, zum größten Teil aus Fußbodenaufbauten, aber auch aus Isolierungen und Leichtbauwänden.

Hohe Sporenbelastung in Hamburger Konzerthaus?

„Da gibt es eine dramatisch hohe Schimmelpilz-Konzentration in der Elbphilharmonie, die die Gesundheit von zehntausenden Besucher und Besucherinnen gefährden kann“, sagt Norbert Hackbusch (Linke) entsprechend alarmiert. „Aber informiert der Senat die Eigentümerin, die Stadt Hamburg, darüber? Nein, das kommt eher zufällig auf hochspezialisierten Fachkonferenzen am anderen Ende des Landes heraus. Wie kann das sein?“ Er will mit einer Anfrage an den Senat jetzt aufklären, wie massiv das Problem ist und wie selbiges gelöst werden soll.

Hamburgs Kulturbehörde: Kein Schimmelproblem in der „Elphi“

Aber ist an den Vorwürfen wirklich etwas dran? Hamburgs zuständige Kulturbehörde jedenfalls betont: Es gibt kein Schimmelproblem in der „Elphi“!

So sieht es auch der zuständige Bauträger „Hochtief“. „Das Projekt Elbphilharmonie ist während der Bauphase engmaschig gutachterlich überwacht worden. Im Vortrag von Herrn Berg werden Messwerte aus der Bauphase von 2014 bis 2016 genannt“, so Sprecherin Antje Meeuw.

Etwaige Wasserschäden seien im Rahmen seiner gutachterlichen Tätigkeit dokumentiert und nach den Vorgaben und Richtwerten des Umweltbundesamtes in seiner damaligen Richtlinie bewertet worden.

„Wenn es Schimmelverdachtsfälle aufgrund der Messwerte gab, sind diese Bereiche vollständig saniert worden“, so Meeuw. Darüber hinaus habe der Gutachter die Aufgabe gehabt, die weitere Bautätigkeit zu überwachen und dafür zu sorgen, dass es dabei nicht zu Schimmelbefall durch Kondensatbildung kommt.

Hamburg: Schlussgutachten gibt Schimmel-Entwarnung

„Insofern können sich die Werte nur auf Zwischenstände in der Bauphase beziehen, die vor Übernahme des Gebäudes beseitigt worden sind“, sagt auch Kulturbehördensprecher Enno Isermann. Er verweist zudem auf das Schlussgutachten, das Dr. Alexander Berg selbst angefertigt hat. Darin heißt es, dass die Bauleistung fortlaufend in notwendigem Umfang qualitätssichernd geprüft und in Zwischenberichten dokumentiert wurde.

Vom Sachverständigen festgestellte Mängel der Bauausführung seien beschrieben und deren mangelfreie Abarbeitung oder einvernehmliche Abweichungen dokumentiert worden.

„Wesentliche Restmängel liegen nicht mehr vor. Es wird hiermit bestätigt, dass die Funktionalität und die Qualität auch unter Berücksichtigung des vereinbarten Bausolls gegeben sind“, steht in dem Schlussgutachten. Hamburgs „Elphi“ wird also offenbar doch nicht wieder zum Problemfall.

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