SOS am Nikolaifleet: Hamburgs Theaterschiff droht der Untergang!

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SOS vom Theaterschiff: Die schwimmende Bühne „Das Schiff“ am Nikolaifleet ist in eine akute finanzielle Schieflage geraten: 300.000 Euro fehlen in der Kasse, um eine zwingend notwendige Sanierung durchführen zu können. Die Macher hoffen auf die Unterstützung der Bevölkerung.

„Nach 45 Jahren am Nikolaifleet müssen das Schiff und die vier dazugehörigen Schwimmpontons dringend grundsaniert werden“, erzählt Geschäftsführer Heiko Schlesselmann (46). Doch dazu fehle das Geld.

107 Jahre hat „Das Schiff“ schon auf dem Buckel. Damals hieß der damals noch schneeweiße Ewer „Seemöwe“ und transportierte Mais und Dünger von Hamburg nach Dänemark. Seit 1975 ist das Boot am Nikolaifleet vertäut und ruft per Schiffsglocke die Theatergäste an Bord.

Schadstoffe in alten Farbschichten

Seit 2017 ist klar, dass „Das Schiff“ saniert werden muss. Kostenpunkt: 450.000 Euro. Die Bürgerschaft sprach dem einzigartigen Kultur-Projekt damals 312.000 Euro aus dem Sanierungsfonds zu. Den Rest hätte das Theater selbst stemmen können.

Die Hiobsbotschaft kam im vergangenen Dezember. Nachdem auf dem künftigen Hamburger Wahrzeichen„Peking“ Gefahrstoffe gefunden wurden, forderte die Behörde auch für „Das Schiff“ ein Schadstoffgutachten ein.

Ergebnis: belastet! „Das Schiff wurde im Laufe der Zeit immer wieder übergemalt. Ganz unten waren noch die Farbschichten aus dem Jahr 1912“, erzählt Schlesselmann. Und die enthielten gesundheitsgefährdende Bestandteile. 

Sanierung des Theaterschiffes extrem teuer

Folge: Die Sanierungskosten insgesamt verdoppelten sich auf 900.000 Euro! Keine Chance für das kleine Theater.

Hilfe kommt nun vom Hamburger TraditionsunternehmenBarkassen-Meyer. Dessen Inhaber Hubert Neubacher ist zugleich Vorsitzender des Freundeskreises von „Das Schiff e.V.“ und hat eine Hilfsaktion auf den Weg gebracht: Er wird einen Teil der Ticketverkäufe der großen XXL-Hafenrundfahrten für das Theaterschiff spenden.

Promis und Barkassen-Meyer kämpfen für das Theaterschiff

„Wer mich kennt, weiß, dass mir die Kultur-Szene in Hamburg sehr am Herzen liegt“, sagt Hubert Neubacher.

Heiko Schlesselmann freut sich über die Solidaritätsaktion: „Das ist eine sehr schöne Geste“, so der Theatermann. Er selbst hat zusätzlich eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Seit Mittwoch um 11 Uhr können die Bürger für den Fortbestand des Schiffes und die Sanierung spenden.

Und: Am 7. Dezember wird es im Großen Saal der Elbphilharmonie eine Benefiz-Matinee mit Auftritten von Klavier-Kabarettist Bodo Wartke, Schauspieler Gustav-Peter Wöhler und Sängerin Anna Depenbusch geben. Der Ticket-Verkauf beginnt Anfang Juli über die Elbphilharmonie.

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