Soul-Diva Dionne Warwick: Leiser Abend mit einer Legende

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Vor 14 Jahren gastierte Dionne Warwick zuletzt in Hamburg. Unter dem Motto „Soul-Divas“ gab sie in der Barclaycard-Arena ein gemeinsames Konzert mit Natalie Cole und ihrer Cousine Whitney Houston. Es gehört zur Tragik des Popgeschäfts, dass die 77-jährige Warwick mittlerweile die einzige Überlebende des Trios ist. Und fast hätten wir gedacht, dass es sich bei dem Auftritt am Donnerstag in der ausverkauften Elbphilharmonie nur um einen Abschied handeln kann.

Denn in der ersten Konzerthälfte sitzt sie durchweg in ihrem weißen bodenlangen Vintage-Kleid auf einem Barhocker, vor sich das Textbuch, während sie mit wenig kraftvoller Stimme beeindruckend viele romantische Evergreens von Burt Bacharach darbietet, dessen Muse sie in den 60ern war. Darunter „I Say A Little Prayer“, „Alfie“, „The Look Of Love“ und „Walk On By“. Das ist schon schön, mehr aber auch nicht. Wenn sie was sagt, versteht man sie kaum, so leise ist der Sound, und das Orchester klingt auch etwas dumpf. Die Leute feiern ihr seltenes Gastspiel trotzdem.

„Ich mach nach der Pause weiter, auch wenn ihr nicht wiederkommt“, scherzt sie. Die Befürchtung ist allerdings umsonst. Denn Warwick entführt in der zweiten Hälfte nach Brasilien, wiegt mit den Hüften, tanzt sogar und holt dann doch noch den stimmlichen Schmelz vergangener Zeiten hervor. Und Hamburg verneigt sich vor der Soul-Diva.

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