Stefan Gwildis in der Elphi: Was für ’ne fetzig-feine Geburtstags-Messe!

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„Geburtstag!“, ruft ein Mann aus dem Publikum Richtung Bühne. Und als wäre es so abgesprochen, fangen die 2200 Besucher im Großen Saal der Elbphilharmonie am Mittwoch im Kollektiv an, Stefan Gwildis ein „Happy Birthday“-Ständchen zu singen.

Der Hamburger Soul-Sänger ist am Montag 60 geworden. Obwohl er bei dem besonderen Konzert neben seiner Band auch das 60-köpfige Philharmonische Orchester Kiel in weißer Garderobe um sich schart, lässt er sich die Party nicht nehmen: Er drischt auf Trommeln ein, fordert die Leute zum Mittanzen auf, beatboxt oder singt Gospel auf einzelne „Brüder und Schwestern“ der ersten Reihe – es fühlt sich ein bisschen an wie eine Messe auf Gwildis-Art. Und er hat Anekdoten auf Lager. Etwa die über Heinz Erhardts Tochter, die im Schreibtisch ihres Vaters den Text zu „Der Einsame (Abend)“ fand, den Gwildis später vertonte.

Obwohl es eigentlich sein Ehrentag ist, hat Gwildis kein Problem damit, das Scheinwerferlicht auch immer mal wieder auf andere zu lenken: Bei „Wunder“, das von der Geburt seines Sohnes Friedrich handelt, würdigt er die Arbeit von Hebammen.

In der zweiten Konzerthälfte geht es jazziger zu, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. „Das hätte ich vor 40 Jahren nicht gedacht, dass ich hier heute auf der Bühne stehe“, freut sich Gwildis. Gemessen an dem Jubel, der ihm entgegenbrandet, dürfte das noch eine ganze Weile so weitergehen.

Stadtpark: 26.5., 16 Uhr, 45 Euro

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