Todesdrama in Südtirol: So rührend spricht eine Bekannte über Opfer aus Hamburg

Veröffentlicht

Unfall-Drama in Südtirol mit sieben Toten: Das von den Carabinieri Bozen herausgegebene Foto zeigt den Unfallwagen, der auf eine Mauer aufgefahren ist.  (Bild: dpa)

Stefan L. (27) war betrunken, als er seinen Audi TT in die Menschengruppe steuerte – 1,97 Promille hatte er laut Polizei im Blut. Sieben Menschen starben bei dem Unglück in Südtirol, darunter auch eine junge Frau aus Hamburg: Felicitas V. (23) war eine der ersten, die vom Auto getroffen wurde. Sie war sofort tot.

Bilder, die sie von sich im Internet gepostet hat, zeigen eine glückliche junge Frau. Urlaub im Breisgau, Zebra-Fütterung auf Sansibar, ein Portrait in der Elbphilharmonie mit Blick auf die Elbe. In der Hand: eine Geige. Immer dabei: ihr Lächeln.

Unfall in Südtirol: Opfer aus Hamburg war Studentin und Musikerin

Die 23-jährige Medizinstudentin, die fürs Studium von Süd- nach Norddeutschland zog, war leidenschaftliche Musikerin, spielte schon als Kind. Seit zwei Jahren sogar im Hamburger Ärzteorchester. „Sie war sehr angesehen, beliebt, dabei zurückhaltend und bescheiden. Immer klar, freundlich und verständnisvoll“, sagt Orchester-Sprecherin Ulrike Kiesselbach.

Orchester-Sprecherin und Freundin: „Ich mochte sie so wahnsinnig gerne“

Das könnte Sie auch interessieren: Hamburg: 19-Jähriger fällt auf S-Bahn-Gleis – und bekommt Stromschlag!

Sie stand der Verstorbenen besonders nah, wie sie erzählt: „Wir saßen im Orchester fast nebeneinander, sie spielte Geige, ich Flöte. Weil wir nah beieinander wohnen, habe ich sie immer mitgenommen zur Probe und wieder zurück. Ich mochte sie so wahnsinnig gerne.“

Und alle anderen im Orchester offensichtlich auch. Nur wenige Stunden nach der Schocknachricht, wird Kiesselbach mit Nachrichten überhäuft – Trauerbekundungen der Kollegen. „Das hat mich total berührt.“ Besonders schön für die Flötistin: „Es zeigte, dass, völlig egal wie alt ein Mitglied ist, jeder geschätzt wurde. Von jung bis alt. Von jedem.“

Opfer Felicitas: Sie liebte Musik, Studium, Film und Theater

Neben ihrem Studium und der Musik liebte die junge Frau aus Baden-Württemberg Sport, Filme, Theater. „Und Oper“, wie sie einmal auf einer Internetseite schrieb, um sich selbst vorzustellen – damals ging es um eine WG-Wohnung, die sie in Hamburg gesucht hatte.

„Es wäre schön, wenn du auch jemand bist, der gerne mal auf ein Glas Rotwein oder auf ein Bier zusammensitzt und sich über alles Mögliche austauschst.“ Die Zeilen – sie zeugen vom lebensfrohen Wesen der Frau, deren Leben so unglaublich früh genommen wurde.

Ein Lied in Gedenken an verstorbene Frau aus Hamburg

Am Donnerstag kommt das Ärzteorchester wieder zum Proben zusammen. Das erste Mal in diesem Jahr. Das erste Mal ohne Felicitas. „Wir werden in Erinnerung an sie ein Stück spielen“ sagt Kiesselbach. Welches, das wolle sie nicht verraten. „Das bleibt bei uns.“ Und für immer im Herzen.

Lesen Sie den ganzen Artikel bei MOPO.de