Tschüs!: Scholz’ emotionaler Hamburg-Abschied

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In Hamburg sagt man Tschüs – nicht jedoch Olaf Scholz! Mit einem flotten „Ahoi!“ verabschiedete sich Hamburgs Ex-Bürgermeister am Freitag vollständig aus dem Hamburger Politik-Betrieb. Zum Abschied gab’s etwas ganz Besonderes von ihm: eine emotionale Rede.

Sie war zumindest deutlich persönlicher, als man es sonst von ihm kennt. „Es ist für mich mit großer Wehmut verbunden, das Amt des Ersten Bürgermeisters aufzugeben in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin“, sagte Scholz, der gestern auch das Amt des SPD-Landeschefs niederlegte – um sich künftig voll auf seine Ämter in Berlin konzentrieren zu können.

Trotz „Wehmut“ war Scholz gestern im Bürgerhaus Wilhelmsburg bester Laune. Lächelnd schüttelte er hier und dort Hände, feixte sogar mit einigen Delegierten und wirkte rundum zufrieden mit der Arbeit, die er als Landeschef seit 2009 geleistet hat.

In seiner Rede erinnerte er an den einst zerstrittenen Landesverband, den er mit den Jahren geeint habe, und lobte die Sozis für Unterstützung und Zusammenhalt, durch den die SPD unter anderem die absolute Mehrheit bei der Bürgerschaftswahl 2011 einfahren konnte. „Das war nur möglich, weil das eine tolle Partei ist, das war nicht nur einer“, so Scholz, der in seiner Doppel-Funktion jahrelang Hamburgs politische Lichtgestalt war und als „König Olaf“ gefeiert wurde.

Seine Erfolge stellte er auch noch einmal heraus: den Wohnungsbau etwa, die kostenlosen Kitas. In ein paar Halbsätzen gestand er aber auch Niederlagen ein – die gescheiterte Olympia-Bewerbung, das G20-Chaos. „Ich hätte auch gerne die erste Ladung in der Elbe geschippt, das macht jetzt ein anderer“, sagte Scholz in Anlehnung an die verzögerte Elbvertiefung.

Er erinnerte daran, dass die SPD Finanzdesaster der Vorgänger-Regierung beseitigt habe – indem die Elbphilharmonie fertiggebaut und die HSH-Nordbank verkauft wurde. „In Hamburg kann niemand in der Union mit Geld umgehen, die Sozialdemokraten können es“, so Scholz, der betont, dass Hamburgs SPD „über viele tolle Männer und Frauen“ verfüge, die Hamburg regieren können. „Und das nicht nur, wenn alle Ämter auf eine Person vereint sind“, so Scholz, der nach eigenen Angaben ohnehin Landesvorstand und Bürgermeister-Amt künftig wieder trennen wollte. Die Posten übernehmen jetzt Melanie Leonhard und Peter Tschentscher. In dem Sinne: Tschüs, Olaf!

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