Umjubelter Auftritt im Konzert-Tempel: John Cale bringt die Elphi zum Tanzen

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Da humpelt am Freitag ein Mann auf die Bühne der ausverkauften Elbphilharmonie. Sein Haar ist wuschelig, und was er anhat, ist vorne eine Hose und hinten ein Rock. Als er sich ans Keyboard setzt, blitzen die blanken Waden hervor. Für diesen Anblick allein gibt’s tosenden Applaus. Kein Wunder: Es ist der Waliser John Cale (76) – genialer Grenzgänger zwischen Klassik und Pop und neben Lou Reed Mastermind von The Velvet Underground.

Zunächst gibt’s „Frozen Warnings“ von Nico, die auf dem Debütalbum von „The Velvet Underground“ sang. Seine musikalischen (Kunst-)Werke drängen sich mal überlaut in die Ohren des Publikums und vermitteln blanke Hoffnungslosigkeit. Doch dann wiederum macht sich große Zuversicht breit, als Cale mit seiner Band einfach rockt und jammt. Dann möchte man am liebsten Bier trinken und tanzen. Aber das geht ja nicht, weil: Elphi.

Zum Glück löst Cale das Dilemma am Ende selbst und tanzt bei „Macbeth“ los. Er verlässt den Großen Saal erst, als alle – bis hin zum obersten Rang – stehen und mitmachen. Großartig!

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