Virtuelles Spektakel neben der Elphi: „Discovery Dock“: Mehr Hafen gibt’s nirgends!

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Früher hieß es: Wer die Reeperbahn und den Michel nicht gesehen hat, kennt Hamburg nicht. Ab sofort gibt es  eine weitere Sehenswürdigkeit, die kein Tourist (und auch kein Einheimischer) versäumen darf: das „Discovery Dock“. Gar nicht so leicht zu beschreiben, was das eigentlich ist. Ein Museum? Nein. Das trifft es nicht. Ein virtueller Abenteuerspielplatz? Schon besser! Es handelt sich um die digitale Version des Hamburger Hafens. Da gibt es viel zu bestaunen, zu lernen und zu entdecken.

Am Montag hat kein Geringerer als Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) diese neue Hamburg-Attraktion eröffnet und dem Eigentümer, der Kölner DuMont-Gruppe, zu der auch die MOPO gehört, zu einem gelungenen Projekt gratuliert. Gemeinsam mit „Discovery-Dock“-Chefin Susan Molzow und Hardy Puls von Aida Cruises hob der Bürgermeister eine Festmacherleine vom Poller und gab damit symbolisch grünes Licht für  die weltweit einzige und erste Mixed-Reality-Erlebniswelt, die einen Hafen spielerisch und interaktiv erlebbar macht.

„Wer bisher kein Hafen-Fan war, wird es hier bestimmt“, so Tschentscher. Der Bürgermeister weiter: „Der Hamburger Hafen ist die Lebensader einer ganzen Metropolregion, die nicht nur vielen Menschen Arbeit gibt, sondern auch weit über die Grenzen Hamburgs hinaus fasziniert.“ Dazu passend liefere das „Discovery Dock“  nicht nur die Hintergrundfakten, um die Abläufe im Hafen zu verstehen, sondern auch echte Erlebnisse.  Der Bürgermeister sagte, er sei überzeugt, dass diese Hafen-Erlebniswelt auf viel Interesse stoßen werde.

Das „Discovery Dock“ ist die neue Attraktion im Hamburger Hafen

Was genau erwartet die Besucher? Die 50-minütige Tour führt hinter die Kulissen des Hamburger Hafens. Nach einem Einleitungsfilm treten die Besucher ein in einen  abgedunkelten Raum, in dessen Mitte sich ein großer Tisch befindet. Darauf: ein Relief des Hafens. Auf dieses Modell wird dann mit modernster Multimediatechnologie all das projiziert, was der Hafen zu bieten hat: vom Containerterminal über die Köhlbrandbrücke bis zum Alten Elbtunnel. Die Route eines jeden Schiffes, das in den letzten 24 Stunden den Hafen besucht hat, lässt sich nachverfolgen. Und noch viel mehr. Wirklich beeindruckend!

Aber das Beste kommt erst noch: Die Besucher stülpen sich eine VR-Brille über und schlüpfen in die Rolle eines Containerbrückenfahrers. Es rappelt und es scheppert, und dabei zeigt sich, dass es  gar nicht so leicht ist,   eine dieser riesigen Blechbüchsen zu greifen und an Land abzustellen.

An einer weiteren Station erlebt der Besucher  dank VR, wie riesig so ein Trockendock von Blohm+Voss ist. Es hat die Ausmaße von drei Fußballfeldern. Gerade liegt  ein Koloss von Schiff darin und wird repariert. Wir sind so nah dran an der Schiffsschraube mit ihren acht Metern Durchmessern und den 90 Tonnen Gewicht, dass wir meinen, sie greifen zu können.

Im „Discovery Dock“ taucht man in die Erlebniswelt des Hamburger Hafens ein

Was gibt es noch alles? In einem digitalen Aquarium schwimmen Stintschwärme und Schweinswale auf die Besucher zu. Eine Wollhandkrabbe räkelt sich unter einem Stein. Wie Zöllner begeben wir uns auf die Suche nach Drogen und anderem Schmuggelgut, durchleuchten die Container dafür mit Röntgenstrahlen. An einer weiteren Station erzählen  ein Umweltschützer, ein Zöllner und ein weiblicher Erster Offizier von der täglichen Arbeit. Wow. Hundertmal besser als jede Hafenrundfahrt!

Und wie fanden die ersten Gäste das „Discovery Dock“? „Ganz großartig. Es ist unglaublich, was mit moderner Technologie möglich ist“, so Hardy Puls (41) von Aida Cruises. Wolfgang Timpe, Chefredakteur der HafenCity-Zeitung: „Ich finde es hier wirklich richtig aufregend. Dank Virtual Reality hat der Besucher  eine regelrecht sinnliche Wahrnehmung vom Hafen. Sagenhaft.“ Claudia Sewig, Redakteurin von der Welt, war  von der Containerbrücken-Station besonders beeindruckt. „Ich hatte das Gefühl, wirklich in schwindelnder Höhe zu sitzen und die Brücke zu steuern. Hat mir Spaß gemacht.“

Ihre Neugier ist geweckt? Dann nichts wie hin! Das Discovery Dock befindet sich nur einen Steinwurf von der Elbphilharmonie entfernt: Am Kaiserkai 60. Täglich gibt es acht geführte Touren für Gruppen von maximal 35 Personen. Die Eintrittspreise variieren je nach Saison zwischen 17,50 und 19,50 Euro. Kinder: 16,50 Euro.

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