Wieder eine Regierung: Was Merkels Minister jetzt anpacken müssen

Veröffentlicht

Das Land hat wieder eine gewählte Regierung. Mittwoch wird Kanzlerin Angela Merkel gewählt, anschließend die Minister vereidigt. Die MOPO hat Hamburger gefragt, was sie vom neuen Kabinett erwarten. Was sind die drängendsten Probleme in den jeweiligen Ressorts? Welche Maßnahmen müssen jetzt ergriffen werden? Mittwoch Teil zwei unserer großen Umfrage. 

„Personalwende konsequent fortführen“ 

Michael Giss (53), Kapitän zur See und designierter Kommandeur des Landeskommando Hamburg, Iserbrook: „Ich wünsche mir, dass Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen die eingeleitete „Trendwende Personal“ konsequent fortführt. Die Bundeswehr wird dadurch auch in Hamburg ihren Beitrag, zum Beispiel bei der Katastrophenhilfe, noch effektiver leisten.“ 

„Welt steht vor großen Herausforderungen“

Maike Röttger (51), Geschäftsführerin „Plan Deutschland“, Bramfeld: „Die Welt steht vor großen Herausforderungen. Wir müssen Armut und Hunger überwinden, Ungleichheit reduzieren, die Umwelt schützen. Der Entwicklungsetat muss auf wirtschaftliche Unabhängigkeit sowie Bildung und politische Beteiligung von Frauen ausgerichtet werden. 

„Interessen der Jugend ernst nehmen“

Burkhard Czarnitzki (58), Vorsitzender „Bündnis für Straßenkinder in Deutschland e.V.“, St. Georg: „Die Arbeit mit so genannten entkoppelten Jugendlichen muss weiter gefördert werden, um diese jungen Menschen noch zu erreichen. Die Regierung muss deren Interessen ernst nehmen. Bezahlbarer Wohnraum hat für die Jugendlichen oberste Priorität. Ressourcen, ob finanzieller oder materieller Art, müssen stärker und gerechter verteilt werden.“  

„Weicht das Kooperationsverbot auf“

Liam Zergdjenah (17), Schüler, Barmbek: „Bildung sollte nicht ausschließlich Ländersache bleiben. Durch eine Aufweichung des Kooperationsverbotes kann Geld direkt vom Bund in die Kommunen investiert werden. An vielen Schulen fehlen Lehrkräfte, so dass zum Teil eine Inklusion behinderter Schüler in den Klassen nicht möglich ist. Die Digitalisierung an den Schulen steckt noch in den Kinderschuhen. Dort muss dringend etwas getan werden.“  

„Scholz kann Finanzpolitik“

Tobias Bergmann (46), Geschäftsführer Handelskammer, Altstadt: „Das Profil passt: Olaf Scholz kann Finanzpolitik. Der Länderfinanzausgleich trägt seine Handschrift. Die Schuldenbremse hat er ernst genommen. Ein Finanzminister darf Detailarbeit nicht scheuen. Die hat er bewiesen, sonst hätten die Kräne an der Elbphilharmonie noch länger gestanden. Als Bürgermeister hat er Wirtschaftspolitik für und mit den Hamburger Unternehmen gemacht und Führungsanspruch gezeigt. Unangenehme Bürgerentscheide muss er als Vizekanzler nicht fürchten, vielleicht ist das ein positiver Nebeneffekt beim Wechsel in die Bundespolitik.“

„Wir brauchen eine zeitgemäße Ausrüstung“ 

Thilo Blanck (50), Vorsitzender GdP-Bundespolizei, Jenfeld: „Die Personalsituation bei der Bundespolizei ist extrem angespannt. Die neue Bundesregierung hat für den Bund 7500 zusätzliche Stellen zugesichert. Zusätzlich benötigen wir jedoch noch dringend Personal im Verwaltungsbereich. Effiziente und gute Polizeiarbeit können wir nur mit ausreichendem Personal und moderner Technik, die den heutigen Anforderungen entspricht, bewältigen. Dafür muss der Bund sorgen.“

„Er soll unser aller Außenminister sein“ 

Nebahat Uzun (47), Journalistin, Borgfelde: „Von Herrn Maas erwarte ich, dass er ohne populistische Tendenzen Politik betreibt. Dass er außerdem die Tatsache, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen in Deutschland leben, nicht außer Acht lässt und unser aller Außenminister wird. Was die Beziehungen zur Türkei angeht: Damit die Jugend in beiden Ländern gegenseitige Vorurteile überwindet und gemeinsame Plattformen für einen Dialog aufbaut, bin ich für einen Fonds zur Finanzierung des Jugendaustausches zwischen der Türkei und Deutschland.

Powered by WPeMatico